Am vergangenen Freitag fand vor den Toren von Furth im Wald die erste inoffizielle Weltmeisterschaft im Schach-Triathlon statt. Acht Schachspieler des Schachclubs Furth im Wald / Waldmünchen traten bei der Erstauflage gegeneinander an. Nach einem unterhaltsamen Turnierabend stand der erste Titelträger fest: Ferdinand Mauerer sicherte sich den Gesamtsieg und damit den ersten „Weltmeistertitel“ im Schach-Triathlon. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Helmut Rohrmüller und Max Glaser.
Ins Leben gerufen wurde das Turnierformat von Norbert Tauer und Stefan Rädlinger, die auch bei der Umsetzung maßgeblich waren, während Max Glaser am Turnierabend die Turnierleitung übernahm. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt, sodass man den Abend frisch gestärkt und mit adäquat ausgeglichenem Elektrolythaushalt bestreiten konnte. Bei der Premiere blieben die Vereinsmitglieder noch unter sich, künftig sind bei einer Neuauflage aber auch Gäste willkommen.
Statt aus Schwimmen, Radfahren und Laufen setzte sich der Schach-Triathlon aus den drei Disziplinen Würfelschach, Tandemschach und Blitzschach zusammen.
Beim Würfelschach entscheidet ein gewöhnlicher Spielwürfel vor jedem Zug, welche Figurenart gezogen werden darf und muss (1 = König, 2 = Dame, 3 = Turm, 4 = Läufer, 5 = Springer, 6 = Bauer). Im Falle dessen, dass die erwürfelte Figur keinen gültigen Zug ausführen kann, wandert das Würfel- und Zugrecht direkt wieder an den Gegner. Daher kann es durchaus vorkommen, dass ein Spieler schon zehn Züge gemacht hat, während der zweite noch in der Grundstellung steht. Ein Unentschieden gibt es hier nicht.
Auch bei der zweiten Disziplin, dem Tandemschach, musste sich niemand zu zweit auf einen Drahtesel schwingen. Es treten jeweils zwei Zweierteams mit unterschiedlichen Farben an zwei Brettern gegeneinander an. Der Clou: Schlägt man beim Gegner eine Figur, gibt man diese an seinen Teampartner weiter, der sie wiederum auf seinem Brett nach eigenem Belieben als Zug auf ein freies Feld einsetzen darf. Das führt zu offensiven Angriffspartien ohne großes „positionelles Geplänkel“ – schließlich ist langwieriges Vorausplanen oft obsolet, wenn jede Sekunde eine neue Figur auf dem Brett auftauchen kann.
In diesen beiden Disziplinen gewinnt somit nicht immer der beste Schachspieler, da Würfelglück und „geschenktes“ Material kräftig mitmischen. Chaos und unterhaltsame Hektik sind hier vorprogrammiert. In der dritten Disziplin kehrte dann wieder der klassische Turniermodus ein: Beim Blitzschach trat man im gewohnten Schachspiel mit fünf Minuten Bedenkzeit pro Spieler und Partie an.
Im Turnierverlauf legte Ferdinand Mauerer bereits beim Tandemschach den Grundstein für seinen Gesamtsieg: In zwei Durchgängen zu je drei Partien in verschiedenen, zufällig ausgelosten Mannschaftskonstellationen gewann Mauerer mit seinen jeweiligen Partnern sämtliche Partien. Beim anschließenden Würfelschach (Jeder gegen Jeden) war hingegen Ralf Krämer das Maß aller Dinge und sicherte sich mit 6 aus 7 Punkten den Disziplinsieg. Für Mauerer reichte es hier gemeinsam mit Helmut Rohrmüller (beide 5 aus 7) zum geteilten zweiten Platz.
So fiel die Entscheidung um den Gesamtsieg zwischen Mauerer und Rohrmüller erst in der allerletzten Runde des abschließenden Blitzschachturniers (Jeder gegen Jeden). Mauerer entschied diese Partie für sich, teilte sich damit mit Stefan Rädlinger (je 4,5 aus 7) den ersten Platz in der Blitz-Disziplin und machte zugleich den Gesamtsieg perfekt.
In der Gesamtwertung setzte sich folglich Ferdinand Mauerer mit insgesamt 15,5 Punkten vor Helmut Rohrmüller (13 Punkte) und Max Glaser (12 Punkte) durch. Auf den weiteren Plätzen folgten Stefan Rädlinger (10,5 Punkte), Ralf Krämer (7 Punkte), Norbert Tauer (6,5 Punkte), Stefan Schmid (5 Punkte) sowie Karl-Heinz Dietl (3,5 Punkte). Bei der anschließenden Siegerehrung durften sich die Erstplatzierten über Urkunden sowie tolle Preise freuen.
